Aktuelle Beitragsbemessungsgrenze zur Sozialversicherung in Deutschland


Das Bundesministerium der Finanzen definiert die Beitragsbemessungsgrenze folgendermaßen: “Die Beitragsbemessungsgrenze bezeichnet ein jährliches Arbeitseinkommen, bis zu dem im jeweiligen Sozialversicherungszweig Beiträge entrichtet werden.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine dynamische Grenze, die jeweils zum 01. Januar eines Jahres an die allgemeine Einkommensentwicklung angepasst wird.” Die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt das versicherungspflichtige Arbeitsentgelt in Bezug auf eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und zwar in Abhängigkeit der Geringfügigkeitsgrenze.

Sozialversicherte, die mehr als die jährlich vom Bundesministerium für Gesundheit festgelegte Beitragsbemessungsgrenze verdienen, zahlen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze Beiträge. Zudem erwerben sie auch nur auf dieser Grundlage Leistungsansprüche. Die Beitragsbemessungsgrenze wird für jeden Versicherungszweig getrennt gesetzlich festgelegt.

Aktuelle Werte für das Jahr 2014

  • Jährlich: 48.600,00 Euro
  • Monatlich: 4.050,00 Euro

Anpassung in Abhängigkeit zum Lohnniveau

Die Beitragsbemessungsgrenzen zur jeweiligen Sozialverordnung werden jedes Jahr an das Lohnniveau des Vorjahres angepasst. Die Festlegung erfolgt stets durch die Bundesregierung per Rechtsordnung. Erstmals seit der Gründung der Bundesrepublik ist die Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung 2011 herabgesetzt worden. Grund dafür waren die Auswirkungen auf die allgemeine Lohn- und Gehaltsentwicklung. Aktuelle Werte zur Beitragsbemessungsgrenze bietet das Bundesfinanzministerium. Im Bereich der privaten Krankenversicherung (PKV) sowie bei privaten und berufsrechtlichen Pflichtversicherungen ist das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) maßgeblich. Dies ist ein Bundesgesetz, welches die Rechte und Pflichten von Versicherer und Versicherungsnehmer regelt. Das VVG wurde im Jahr 2008 grundlegend reformiert.

Abgrenzung zur Versicherungspflichtgrenze

Nicht zu verwechseln ist die Beitragsbemessungsgrenze mit der Versicherungspflicht- bzw. Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG). Diese meint die Einkommensgrenze, nach deren dauerhaften Überschreitung (ein Jahr) ein Vertragsabschluss bei der privaten Krankenversicherung auch für Angestellte möglich ist. Beide Einkommensgrenzen sind seit 2003 getrennt zu betrachten.

Kritik an der Beitragsbemessungsgrenze der Sozialversicherung

Die Geltung der Beitragsbemessungsgrenze folgt dem in der gesetzlichen Sozialversicherung (GKV) geltendem Solidarprinzip: Einkommensstarke zahlen für die Versicherten mit niedrigem Niveau mit, allerdings nur innerhalb gewisser Grenzen. Damit unterscheidet sich das Finanzierungsmodell der Sozialversicherung explizit vom Steuersystem: Hier unterliegen alle Einkünfte bis zum letzten Cent der Besteuerung. Kritiker des Solidarsystems empfinden die Beitragsbemessungsgrenze als ungerecht. Würde man die Beschränkung auf bestimmte Einkommensarten, die in die Berechnung mit einbezogen werden, sowie die Beitragsbemessungsgrenze aufheben, dann müssten Kapitalbesitzer und Bezieher hoher Arbeitseinkommen deutlich mehr abführen und Geringverdiener würden entlastet. Doch auch in Österreich findet man ein ähnliches Modell: Analog zur deutschen Beitragsbemessungsgrenze meint die sogenannte “Höchstbeitragsgrundlage” in Österreich die monatliche Einkommensschwelle, oberhalb derer das Einkommen eines Versicherten zur österreichischen Sozialversicherung beitragsfrei bleibt. Demnach werden auch hier Versicherungsbeiträge nur jeweils auf denjenigen Teil des monatlichen Bruttolohns erhoben, der unterhalb dieser Einkommensgrenze liegt.

Private Krankenversicherung bei Verdienst über der Grenze

Sie überschreiten die Einkommensgrenze? Prüfen Sie, ob die private Krankenversicherung eine kostengünstige Alternative für Sie darstellt! Freiwillig gesetzlich Versicherte haben in der PKV einige Vorteile, wie kürzere Wartezeiten, erweiterte Kostenerstattung und vieles anderes.
Angesichts der Tarifvielfalt ist ein Tarifvergleich vorab ratsam.

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Loader Die Beitragsbemessungsgrenze: Regelungen und Definitionen

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